Der Unterschied zwischen Gel und Acrylnägel

Geschichte der Kunstnägel in aller Kürze

Künstliche Nägel, und somit auch Gelnägel, sind keine Modeerscheinung der letzten Jahrzehnte. Bereits zu Zeiten der Ming Dynastie trugen adlige Damen ihre Nägel lang, um zu verdeutlichen, dass sie keine Arbeiten verrichten mussten. Im frühen 19. Jahrhundert schummelten die adlige Griechischen und trugen stolz Pistazienschalen auf ihren Nägeln als Statussymbol. Der erste Einsatz von Acryl erfolgte durch Fred Slack. Er war Chemiker für zahnmedizinische Produkte und versorgte mit diesem Material verletzte Fingernägel. Durch den Erfolg dieser Methode, wurde sie beibehalten und es entwickelte sich zur Nagelmodellage wie wir sie heute kennen.

Verarbeitung von Gelnägel

Gelnägel werden mit einem UV-härtendem Material gearbeitet. Dabei werden verschiedene Gele in bestimmter Reihenfolge auf den Nagel aufgetragen und nach jeder Schicht unter einer UV- Lampe ausgehärtet. Bei der Verarbeitung von Gel, kann sich die Nageldesignerin die Zeit nehmen, die sie benötigt und das Material so lange formen bis sie mit dem Ergebnis der Gelnägel zufrieden ist. Es gib Gel in verschiedenen Konsistenzen und Einfärbungen sowie auch Härtegrad bzw Flexibilität nach dem Aushärten. 

Verarbeitung von Acryl

Acryl wird in einer einzigen Schicht aufgetragen. Pulver und Flüssigkeit werden am Pinsel gemischt und direkt auf dem Nagel verarbeitet. Diese Mischung härtet dann an der Luft. Die Nageldesignerin muss also schon recht zügig arbeiten um später übermäßige Feilarbeit zu vermeiden. Zudem kann man Acrylnägel polieren, was eine noch schöner glänzende und noch glattere Oberfläche ergibt, als mit Gel versiegelte Nägel. Dies jedoch geht nur dann, wenn keine Nailart aufgetragen wurde. Diese Technik findet man häufiger in den asiatischen Studios, da die Kosten für das Material günstiger sind. Leider ist dadurch der Acrylnagel sehr verschrieen. Die angeblichen Acryl-Myten wie „Nagelpilz, dünne Nägel und Entzündungen“ gehen aber nicht auf das Material an sich zurück, sondern auf eine schlechte Verarbeitung oder Hygiene sowie Material, welches im Ausland bezogen wird. Er einmal die Möglichkeit hat, schaut sich ein Mal die Inhaltsstoffe von Liquid und Powder an und vergleicht sie mit denen von Modellagegel. Ihr werdet feststellen, dass diese Identisch sind.Ich möchte an dieser Stelle jedoch erwähnt haben, dass nicht jedes Asiastudio auch gleich schlecht ist. Auch hier gibt es solche und solche. Es gibt durchaus Asiastudios, welche hygienisch arbeiten und KVO konformes Material nutzen. 

Was ist denn nun besser? Gelnägel oder doch Acryl?

Im Prinzip liegt der Unterschied der beiden Materialien nur in der Verarbeitung und je nach Nageltyp in der Haftung. Für den Kunden ist es nicht relevant. Der Vergleich ist ähnlich wie zwischen Opel und VW. Beides sind Mittelklassewägen mit ähnlichen Eigenschaften. Kaufen würde ich das, was meinen Vorlieben entspricht. Übertragen auf Gelnägel VS Acryl kann man sagen, das Material, mit welchem du als Nageldesignerin am besten zurecht kommst, ist das bessere. Wem der Geruch von Liquid nichts ausmacht, fährt mit Acryl gut. Wer das nicht mag oder verträgt und mit der Hitzeentwicklung der Gele unter UV leben kann, ist mit Gel gut aufgehoben.

Worauf muss ich denn nun achten? Eine gute Nageldesignerin arbeitet mit Materialien, welche in der EU hergestellt sind. Dieses sind KVO konform und unbedenklich. Außerdem werden Fräser nach dem Gebrauch desinfiziert und Feilen entsorgt. Das Studio ist sauber und Staubfrei. So könnt ihr davon aus gehen, dass eurer Nageldesignerin etwas an eurer Gesundheit liegt und könnt mit ruhigem Gewissen auf ihr Urteil in der Materialfrage vertrauen.